Eine geologische und kulturelle Reise durch die slowenische Weinbauregion…

Wir treffen uns vor der Sektkellerei Radgonske Gorice im slowenischen Teil von Bad Radkersburg, unserem Startpunkt und auch unserem Endpunkt der Tour.
Hier holten wir die E-Bikes ab, die wir im Voraus reserviert hatten, und unsere Begleiter gaben uns wichtige Tipps zu technischen Aspekten und Verkehrsregeln. Wir sind startklar…

Von dort geht es ein kurzes Stück durch den Ort hinunter an die Mur. Wir halten an einer großflächigen Schotterbank und erfahren Wissenswertes zum Fluss Mur und seiner mindestens 5 Millionen Jahre alten Geschichte, die im direkten Zusammenhang mit der Verformung der Landschaft durch das Aufeinandertreffen der afrikanischen und eurasischen Erdplatten steht. (Wir werden auf unserer Rundreise noch weitere Spuren dieser Erdbewegungen sehen).

Auf einem Sand- und Schotterweg fahren wir durch die Mur-Auwälder bis zur Quelle Petanjski vrelec, einer der vielen natürlichen Quellen in dieser Gegend. Diese Quelle ist sehr eisenhältig, wodurch es zu den für diese Quelle typischen, intensiven rötlichen Ausfällungen und Ablagerungen im Bachbett kommt.

Wir folgen noch ein Stück der Mur weiter und halten im Kurpark Radenci (bekannt für sein Mineralwasser) direkt vor der Heilquelle Izvir minerale vode. Hier sieht man mitten in einem sehr schön gestalteten Rundbau aus dem frühen 19.Jahrhundert das in einem durchsichtigen Zylinder aufsteigende Heilwasser mit den darin aufsteigenden Kohlendioxid- Blasen. Dieses Kohlendioxid entweicht aus auf Grund der Erdplatten-Kollision weit nach oben geschobenen Magmaschichten, findet seinen Weg durch wasserführende Risse und Spalten nach oben, reichert sich dabei mit vielen Mineralstoffen an und wird dann in den angrenzenden Kuranstalten für Heilkuren (Bäder: Herz-Kreislauf Erkrankungen; Trinkkuren: Sodbrennen, Leber-Galle-Erkrankungen…) seit bald 200 Jahren genutzt.

Nach einer Heilwasser-Verkostung in einem der Kurhotels verlassen wir den Ort in Richtung der auf einer Anhöhe gelegenen Wine Fountain (Weinbrunnen) Kapela. Von dort bzw. der etwas weiter oben liegenden kleinen Kirche haben wir einen herrlichen Rundblick über das steirischen Becken mit seinen Vulkanerhebungen bis zu den Alpen und den slowenischen Gebirgen.



Über wenig befahrene Landstraßen und einer kurzen Trinkpause (Verkostung von alkoholfreiem Weißwein, den die Tourbegleitung der Sektkellerei mit sich geführt hat) an einem zur Sektkellerei gehörenden Weingut (die Gastwirtschaft wurde leider aufgegeben) erreichen wir die Mofetten von Stavesinci. Mofetten sind in diesen Landstrich häufig vorkommende aus reinem Kohlendioxid bestehende Gasquellen geogenem Ursprungs, Gas das (wie im Heilwasser von Radenci die Gasblasen) aus heißem, vulkanischen Untergrund entweicht.

Unser Weg führ uns über die eisenreiche Mineralquelle von Ivanjsevci an der wir Halt machen, um an einer neu gestalteten Quellenanlage auch dieses Wasser mit einem durch den hohen Eisengehalt eigentümlichen Geschmack zu verkosten.

Durch ein beschattetes Waldstück arbeiten wir uns hoch zu der mächtigen Schlossanlage von Negova. Hier b5esuchen wir die Sonderausstellung zu den Heilwässern und Mofetten mit detaillierten Erklärungen zu den Besonderheiten dieser Quellenformationen.

Weiter geht es durch eine abwechslungsreiche Hügellandschaft zurück zur Sektkellerei Radgoske Gorice. Nach einer Führung in die in den Muschelkalk des Urmeeres gehauene Weinkeller im Festungsberg lassen wir unsere über ca. 40 km und 400 Höhenmeter führende Radtour nach 4 Stunden bei Wein, Käse und Fleischspezialitäten kredenzt im Innenhof der Sektkellerei ausklingen.

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